Postsiedlung Strehlen

Dresden

Dachgeschossausbau zu mehreren Wohnungen im Mehrfamilienhaus

Bauherr / Maßnahmenträger
Privat
Zeitraum seit 2025
LEISTUNGSPHASEN LPH 1-4

Dachgeschossausbau zu mehreren Wohnungen im MFH

Postsiedlung Strehlen
Dresden

1.    Geschichte

Das Gebäude in der Lockwitzer Straße 77-81 befindet sich im Dresdner Stadtteil Strehlen und ist Teil einer größeren Wohnanlage, die Ende der 1920er Jahre errichtet wurde. Diese Siedlung entstand im Zuge der massiven Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg und wurde nach Plänen vom Architekt Paul Löffler als ein Beispiel für expressionistische Architektur errichtet. Die Siedlung steht seit dem Jahr 1991 unter Denkmalschutz. 

 

2.    Bestandsbeschreibung                                                                            

 

Das dreigeschossige Gebäude besticht mit klar gegliederten, horizontal betonten Fassaden. Diese sind schlicht verputzt, ohne übermäßige ornamentale Gestaltung. Die Fenster sind regelmäßig angeordnet und verleihen der Fassaden eine ruhige, ausgewogene Rhythmik. An den Gebäudeecken finden sich um 1,5, Meter zurückspringende Fassadenabschnitte. 

An der Hauptfassade an der Lockwitzer Straße sind im Erdgeschoss die ursprüngliche Holzfensterläden erhalten, nicht aber an den beiden oberen Geschossen.

Durch die gleichmäßige Gliederung, die kräftigen Gesimse und die betonte Horizontale entsteht ein harmonisches Gesamtbild. Die Fassade ist in einem gelb-beigen Farbton gestrichen, das Dach ist mit roten Biberschwanz-Ziegeln gedeckt. 

Das Gebäude hat ein Walmdach, das mit roten Biberschwanzziegeln gedeckt ist. Das Dachgeschoss des Gebäudes ist, entsprechend den drei Treppenhäusern, in drei Abschnitte geteilt. Zur Belichtung gibt es dreieckige Fenstergauben. 

Das Gebäude ist in seiner Gestaltung größtenteils identisch zu den übrigen Gebäuden des Ensembles.

 

3.    Maßnahmenbeschreibung

 

In Rahmen des Projekts ist der Ausbau des Dachgeschosses zu Wohnzwecken vorgesehen. In jedem Treppenhaus sollen zwei Wohnungen entstehen, insgesamt also sechs neue Wohneinheiten. Die Wohnungen sind als 2 und 3-Raum-Wohnungen geplant. 

 

3.1.        Dachkonstruktion

 

Um das für Wohnzwecke erforderliche Tageslicht zu gewährleisten, werden neue Dachflächenfenster eingebaut. Dabei soll die bestehende Dachkonstruktion in ihrer historischen Bedeutung erhalten bleiben, lediglich kleine Eingriffe in Form von Wechseln für den Fenstereinbau werden dabei nötig. Zur energetischen Verbesserung wird das bestehende Dach durch Beilaschung der Sparren um 6 Zentimeter erhöht. Der geplante Aufbau ist folgender : Zwischen- und Aufsparrendämmung, neue Lattung und Konterlattung sowie eine neue Biberschwanzziegeldeckung, analog zur historischen Ausführung.

 

Innen wird die Dachkonstruktion mit eine Dampfsperre versehen und mit Gipskartonplatten verkleidet. Sämtliche sichtbaren Holzelemente wie Sparren, Pfetten und Stützen werden ebenfalls mit Gipskarton verkleidet bzw. in die Wände eingebaut, so dass die bestehende Tragstruktur vollständig erhalten bleibt und zum Teil in die Wohngrundrisse integriert wird. 

 

Durch die zusätzlichen Dämmschichten erhöht sich die Gesamthöhe des Daches um etwa 15 cm. Damit die Traufpunkte mit den vorhandenen Regenrinnen übereinstimmen, wird der untere Dachbereich (ab dem Knickpunkt des Daches) in seinem Neigungswinkel leicht angepasst, der Hauptdachwinkel bleibt unverändert. 

 

3.2.        Bodenkonstruktion

 

Auf dem Bestandsdachboden wurden bei der letzten Sanierung auf der Betondecke zwei Dämmschichten von jeweils 8 cm verlegt. Die Dämmung wird entfernt und anschließend fachgerecht ein neuer Bodenaufbau erststellt, bestehend aus: Schüttung, Wärme- und Trittschalldämmung, Fußbodenheizung, sowie einem neuen Bodenbelag. 

Durch den neuen Aufbau kann die Gesamthöhe des Fußbodens etwas reduziert werden.

 

 

4.    Zusammenfassung

 

Der Dachausbau zu Wohnzwecken ist weitgehend zerstörungsfrei an der bestehenden Dachkonstruktion möglich. Die Wärmedämmung des Daches wird mit einer Erhöhung des bestehenden Daches in Form einer Zwischendach- und Aufdachdämmung gelöst. Die Belichtung erfolgt mit den bestehenden Dreiecksfenstern und zusätzlich einem Einbau von Dachflächenfenstern zwischen den Sparren oder mit dem Einbau von Wechseln.

Maẞnahmen

  • Aufmaß und Erstellung der Bestandspläne 
  • Fotodokumentation
  • Voruntersuchung
  • Entwurfs- und Genehmigungsplanung